Gedächtnissport

Ein gutes Gedächtnis ist Gold wert. So hilft es im Alltag, sich Dinge zu merken, beispielsweise Geburtstage, Arzttermine, Verabredungen oder Einkaufslisten. Es hilft dabei, auf Ideen zu kommen und "quer" zu denken, also Informationen schnell miteinander zu verknüpfen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Wohl dem also, der mit einem hervorragenden Gedächtnis auf die Welt gekommen ist? Nein, denn das Gedächtnis ist genauso trainierbar wie die Muskeln des Körpers. Angeblich kann man bei ausreichendem Training die eigene Gedächtnisleistung in bestimmten Bereichen sogar verzehnfachen.

Will man beispielsweise große Informationsmengen behalten, kommt es nur auf die richtige Technik an. Man findet also bei Gedächtnissportlern vor allem sehr gut trainierte Gedächtnisse und weniger "natürlich-gute" Gedächtnisse.

Wussten Sie, dass Gedächtnissport sich insofern vom normalen Gedächtnistraining unterscheidet, als dass es hier tatsächlich um Wettkämpfe geht? In Deutschland werden bereits seit 1997 Deutsche Gedächtnismeisterschaften veranstaltet. Veranstalter ist die GGK (Gesellschaft für Gedächtnis- und Kreativitätsförderung e.V.). Es gibt verschiedene Disziplinen. So existieren Gedächtnissport-Wettkämpfe bei denen man sich in einer vorgegebenen Zeit so viele geschriebene Dezimalzahlen wie möglich merken muss. Das Gleiche gilt für gesprochene Zahlen.

Außerdem gibt es noch die Bereiche "fiktive historische Daten", "Pi-Nachkommastellen" oder auch "Speed Cards". Bei der Kartendisziplin geht es darum, sich die Reihenfolge eines gemischten Kartenstapels mit 52 Blatt auf Zeit einzuprägen. Ebenso kann man beim auswendig Lernen einer Liste mit Wörtern, die man in der richtigen Reihenfolge wiedergeben muss brillieren oder die Jury dadurch beeindrucken, dass man sich einen vorgegebenen Text mit Satzzeichen, Zeilenumbrüchen und besonderen Schreibweisen komplett einprägen kann.

Es lohnt sich also doch, das Gedächtnis ein wenig zu trainieren - ganz egal, wie alt man ist.